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VPKA Bayern e.V. kritisiert G-BA Vorsitzenden Prof. Josef Hecken

Dass 700 deutsche Krankenhäuser überflüssig seien, ließ der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) Prof. Josef Hecken in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung verlauten. Seiner Ansicht nach müssten die Kliniken die Arbeit künftig klüger untereinander aufteilen.

Kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum sollten sich auf einfache Eingriffe beschränken, während anspruchsvolle Operationen nur noch in spezialisierten Zentren durchgeführt werden sollten, so Hecken in der Veröffentlichung am 3. Juli 2021. Beim Verband der Privatkrankenanstalten in Bayern e.V. wurde diese Aussage mit Unverständnis und Empörung aufgenommen, wie dessen Hauptgeschäftsführerin Dr. Ann-Kristin Stenger deutlich macht.

„Herrn Prof. Heckens Äußerungen widersprechen seiner Verpflichtung zur Neutralität. In seiner Funktion als unparteiischer Vorsitzender des G-BA gehört Neutralität zu seinen ureigensten Pflichten! Auch inhaltlich sind die veröffentlichten Äußerungen aus Sicht der privaten Klinikträger absolut nicht nachvollziehbar“, stellt Dr. Ann-Kristin Stenger klar. „Die Schließung von 700 Kliniken würde faktisch die Abkoppelung großer Bevölkerungsgruppen, vor allem im ländlichen Raum, von einer angemessenen wohnortnahen medizinischen Versorgung bedeuten. Dies steht in krassem Widerspruch zu der Aufgabe der Länder, eine möglichst flächendeckende qualitativ hochwertige medizinische Versorgung sicherzustellen. Bereits jetzt zeigen sich hier vor allem in Flächenländern erste weiße Flecken.“

Diese Situation werde sich in den nächsten Jahren aufgrund des Rückgangs der Zahl niedergelassener Ärzte ohnehin weiter verschärfen, auch ohne Klinikschließungen, warnt die Hauptgeschäftsführerin des VPKA Bayern. Dass dies nun sogar bewusst vorangetrieben werden solle, sei weder zu verstehen noch der Allgemeinheit zu vermitteln. „Anstatt die Kliniklandschaft zum Nachteil der Bürgerinnen und Bürger weiter auszudünnen, müssen die Länder ihrer Planungsverantwortung noch besser nachkommen.“

Der Verband der Privatkrankenanstalten in Bayern e. V. (VPKA) setzt sich als dynamischer und praxisnaher Verband seit mehr als 70 Jahren bayernweit für die inhaltlichen Belange der privaten Akut- und Rehakliniken ein. Er vertritt als größter Landesverband rund 170 Einrichtungen mit knapp 30.000 Betten. Sein Ziel ist eine qualitativ hochwertige, innovative und wirtschaftliche Patientenversorgung in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken. Neben der Beratung seiner Mitglieder vertritt er die Belange der Privatkrankenanstalten in gesellschaftlichen, sozialpolitischen und tariflichen Angelegenheiten.

https://www.vpka-bayern.de/