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„Ambulanter und stationärer Sektor müssen besser verbunden werden!"

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek spricht anlässlich der Jahresmitgliederversammlung des VPKA e.V. am 16. September über die Zukunft der Krankenhausversorgung in Bayern. Aktuell brisante Gesundheitsthemen wurden während der Podiumsdiskussion mit politischen Vertretern von CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen diskutiert.

v.l.n.r.: Klaus Holetschek (CSU), Bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege, Dr. Ann Kristin Stenger, VPKA-Hauptgeschäftsführerin, Markus Stark, VPKA-Vorstandsvorsitzender

„Wenn Corona auch nicht viel Gutes hatte, so war es wenigstens dieses, dass sich Kommunikation und Kooperation zwischen den Kliniken und den zuständigen Ministerien in der Krise deutlich verbessert hat“, erklärte Markus Stark, 1. Vorstandsvorsitzender des VPKA, zum Auftakt der Jahresmitgliederversammlung und bedankte sich ausdrücklich bei Minister Holetschek und seinem Ministerium.

Auch dieser lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Verband und Politik. Bezogen auf Corona mahnte er aber auch: „Wir sind noch nicht ganz durch.“ Als eine wichtige gesundheitspolitische Herausforderung der Zukunft, sehe er es, „die verschiedenen Sektoren der Gesundheitsversorgung im Sinne des Patienten besser zu verbinden.“ Er betonte, dass er zu den Krankenhäusern in der Fläche stehe und diese grundsätzlich auch weiterhin betrieben werden sollten. Die DRGs bezeichnete er indes als „nicht zeitgemäß“. Ein Patentrezept habe er zwar nicht, „aber diese Diskussion muss man führen.“

BDPK-Hauptgeschäftsführer Thomas Bublitz, der die Diskussionsrunde moderierte, sprach indes ein umstrittenes Thema im Gesundheitssektor an: die Personal-Untergrenzen. „Soll man einfach Köpfe zählen?“, fragte er. „Der Teufel steckt im Detail“, entgegnete Prof. Andrew Ullmann (FDP), Universitätsprofessor für Infektiologie an der Uni Würzburg. „Werde zum Beispiel bei den Personalberechnungen unterschieden, ob jemand examiniert sei, oder nicht?“ Stephan Pilsinger (CSU), Arzt und Mitglied im Bundestags-Ausschuss für Gesundheit, schloss sich dieser Argumentation an. Die Untergrenze führe nicht zum gewünschten Ziel einer verbesserten Patientenversorgung.

Johannes Wagner (Bündnis 90/Die Grünen) plädierte zudem dafür, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern - unter anderem durch Weiterbildungsangebote und mehr Kompetenzen. Stephan Pilsinger von der CSU stimmte zu: „Wir müssen der Pflege bessere Aufstiegschancen bieten“. Und den Mitarbeiter:innen der Kliniken nicht vorwerfen, ihre Häuser seinen defizität - so Prof. Andrew Ullmann - „dabei sind sie zu 99 Prozent belegt“. Angesprochen auf die überbordende Bürokratie sagte er: „Ein bisschen wird es immer geben. Aber wir müssen besser werden.“ Moderator Bublitz verlieh dem noch einmal Nachdruck: „Bei einem Antrag auf eine Anschluss-Reha bestimmt die Krankenkasse, an welche Klinik der Patient weitergeleitet wird. Es kann nicht sein, dass die Krankenkasse die billigste Reha auswählt.“

Ulf Ludwig, Vorsitzender/CEO von Medical Park SE, wurde während der Jahresmitgliederversammlung in die bestehende Vorstandsriege nachgewählt. „Ich bringe mich gerne in den VPKA ein“, freut sich Ludwig über seinen Wahlerfolg. „Der Verband ist sehr erfolgreich darin, politische Veränderungen einzubringen. Darum macht es besonders viel Spaß.“