Hier sehen Sie Inhalte des BDPK e.V.

Roland Berger Krankenhausstudie 2025

Zahl der defizitären Kliniken steigt weiter – Krankenhaussektor plant Investitionen von 130 Milliarden Euro

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser hat sich im Jahr 2024 weiter zugespitzt. Laut der aktuellen Krankenhausstudie 2025 von Roland Berger haben drei von vier Kliniken (75 Prozent) das vergangene Geschäftsjahr mit einem Defizit abgeschlossen – 2019 waren es lediglich 32 Prozent. Besonders gravierend ist die Situation bei öffentlichen Krankenhäusern: 89 Prozent von ihnen schreiben rote Zahlen, nur neun Prozent konnten Überschüsse erwirtschaften.

Im Vergleich dazu stehen private Kliniken besser da: Lediglich 17 Prozent arbeiten defizitär, während 83 Prozent Gewinne erzielen. Einrichtungen in freigemeinnütziger Trägerschaft liegen zwischen diesen beiden Polen: 68 Prozent verzeichneten ein Minus, 21 Prozent Gewinne. Befragt wurden für die Studie rund 850 Führungskräfte im deutschen Krankenhausmarkt.

Die kurzfristigen Erwartungen sind gedämpft: Viele Kliniken gehen von einer weiteren Verschlechterung bei Jahresergebnis und Liquidität aus. Langfristig zeigt sich jedoch eine verhalten optimistische Stimmung. Bis 2030 erwarten 51 Prozent der Befragten eine Verbesserung ihres Jahresergebnisses, 38 Prozent prognostizieren eine bessere Liquiditätslage. Allerdings geht auch rund ein Viertel der Kliniken von einer weiteren Verschlechterung aus.

Investitionen in Höhe von 130 Milliarden Euro geplant

Um die strukturelle Transformation zu bewältigen, planen die deutschen Krankenhäuser in den kommenden fünf Jahren Investitionen von rund 130 Milliarden Euro. Besonders hohe Summen sehen öffentliche Maximalversorger mit mehr als 1.000 Betten vor: 40 Prozent von ihnen wollen über 500 Millionen Euro investieren, weitere 45 Prozent zwischen 100 und 500 Millionen Euro.

Nahezu alle befragten Einrichtungen (96 Prozent) setzen dabei auf Baumaßnahmen wie Neubauten oder Sanierungen, um strukturelle Anpassungen vorzunehmen, die Ambulantisierung voranzutreiben, Spezialisierung zu fördern und die operative Effizienz zu steigern.

Wirtschaftliche Stabilisierung der Krankenhäuser dringend erforderlich

Die Studie macht deutlich: Neben den Investitionen braucht es vor allem eine verlässliche Gesundheitspolitik für die wirtschaftliche Stabilisierung der Krankenhäuser. Die bisherige Krankenhauspolitik ist umstritten und setzt die Einrichtungen unter zusätzlichen Druck. Dringend muss die Politik Anreize schaffen, damit Krankenhäuser wieder wirtschaftlich agieren können.

Aus Sicht des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken (BDPK) sind dafür insbesondere folgende Schritte notwendig:

  • Abschaffung von kostenintensiven Strukturvorgaben ohne Evidenz (Personalvorgaben und Pflegebudget)
  • Rückverlagerung, der wirtschaftlichen Verantwortung auf die Krankenhausträger
  • Schrittweiser Einstieg in regionale Versorgungmodelle mit Ausschreibungen und Preiswettbewerb

Herausforderungen bei Finanzierung und Umsetzung

Neben der Finanzierung sehen die Krankenhäuser weitere Hürden in Form wirtschaftlicher Risiken sowie politischer und gesetzlicher Rahmenbedingungen. Auch die Umsetzung der geplanten Maßnahmen ist herausfordernd: Kostenüberschreitungen, Projektsteuerung und die Gewinnung geeigneter Dienstleister stellen zentrale Probleme dar.

Die Autoren der Studie empfehlen deshalb, Investitions- und Transformationsprojekte konsequent strategisch anzulegen, sämtliche Strukturen und Prozesse kritisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Eine stringente Planung und klare Priorisierung seien nicht nur für die erfolgreiche Umsetzung entscheidend, sondern auch für den Zugang zu Fördermitteln und Fremdkapital.

Die Roland Berger-Krankenhausstudie 2025 lesen Sie hier.