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3-Länder-Studie von Fresenius und Allensbach

Deutschland hinkt bei Digitalisierung in der Medizin hinterher

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Auftrag von Fresenius eine repräsentative Befragung in Deutschland, Spanien und den USA zum Thema Digitalisierung in der Medizin durchgeführt.

Die Bevölkerungsumfrage (vgl. hier) kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschland bei der Digitalisierung in der Medizin noch immer zum Teil weit hinter andere Länder zurückfalle. Vor allem Spanien aber auch die USA seien hier in mehreren Bereichen deutlich weiter. Zugleich wachse jedoch das Interesse der Deutschen an digitalen Angeboten wie zum Beispiel der Telemedizin.

Dass die Digitalisierung eher Chancen für die Medizin bringt, sehen die Befragten in allen drei Ländern so. Einigkeit herrsche länderübergreifend ebenfalls darüber, dass die Corona-Pandemie als Beschleuniger der Digitalisierung im Gesundheitsbereich wirkt.

Vorreiter in Sachen Digitalisierung sei Spanien. Ob Vernetzung von Gesundheitseinrichtungen, Diagnosen von Krankheiten oder Telemedizin: Deutlich mehr als die Hälfte der Spanier gab bei jedem dieser Bereiche an, dass die Digitalisierung der Medizin bereits eine große Rolle spielt. Am deutlichsten fällt dies bei der Telemedizin ins Auge – einem Bereich, in dem Patienten sehr direkt mit der Digitalisierung in Berührung kommen. 55 Prozent der Spanier, immerhin noch 43 Prozent der US-Amerikaner, aber nur 16 Prozent der Deutschen messen der Telemedizin eine große Bedeutung zu.

Dies zeige sich auch in der Nutzung: Während z. B. in den USA bereits 22 Prozent die Möglichkeit von Videosprechstunden genutzt haben, sind es in Deutschland nur 2 Prozent. Für 46 Prozent der deutschen Bevölkerung käme es aber zumindest grundsätzlich in Frage, den Arzt per Video zu konsultieren. Hier sind die Spanier mit 57 Prozent und die US-Amerikaner mit 47 Prozent aufgeschlossener.

Zwar wachse auch in Deutschland das Interesse an Telemedizin, dies ist allerdings eine Altersfrage. Von den unter 30-Jährigen könnten sich zwei Drittel einen virtuellen Arztbesuch vorstellen, von den 30- bis 44-Jährigen gut jeder Zweite, von den über 60-Jährigen dagegen nur 33 Prozent. Für mehr als jeden zweiten über 60 käme eine Videosprechstunde nicht in Frage.